Beatles und Bottle-Partys

Wie war die Jugend vor 50 Jahren? -Über die Jugend der 60er

Bottle-Partys. Tanzen. Kino. Spass. So feierten junge Menschen in den 60er Jahren. Renate H. erinnert sich.

Superstars- Die Beatles

Eine schöne Zeit. So hat Renate H. ihre Jugend in Erinnerung. Sie wuchs in Berlin auf und machte eine Ausbildung zur Erzieherin. Sie erinnert sich gern an ihre Jugend in den 60er Jahren zurück.                                                                                                                                    Zu dieser Zeit gab es keine Computer, keine Handys, kein Internet. Doch man war glücklich. Es gab trotzdem viel, was man als junger Mensch in seiner Freizeit tun konnte. Wo soll ich da nur anfangen?“, sagt sie und überlegt.                                                            Erstes Stichwort: Kinovorstellungen. Die waren damals nämlich sehr beliebt. „Mein damaliger Freund, den ich später auch geheiratet habe, und ich, wir gingen zusammen gern ins „Steinplatz-Kino“. Es war in Charlottenburg. Jede Woche gab es einen neuen Konstantin-Film. Es kostete damals um die 2 Mark pro Person, das war viel günstiger als heute.“ Sie lächelt. Dann fährt sie fort.

Die Filmbühne am Steinplatz heute. Die „Filmbühne am Steinplatz“ wurde 1950 mit dem Film „Madonna in Ketten“ im Erdgeschoss eines Wohnhauses eröffnet und war das erste Programmkino in Deutschland. Es wurden dort europäische Filme, Dokumentarfilme und zusammengestellte Filmreihen gezeigt. Heute gibt es das Restaurant „Filmbühne am Steinplatz“. Der ehemalige Kinosaal kann als Veranstaltungsort gebucht werden.
Die Filmbühne am Steinplatz heute. Die „Filmbühne am Steinplatz“ wurde 1950 mit dem Film „Madonna in Ketten“ im Erdgeschoss eines Wohnhauses eröffnet und war das erste Programmkino in Deutschland. Es wurden dort europäische Filme, Dokumentarfilme und zusammengestellte Filmreihen gezeigt. Heute gibt es das Restaurant „Filmbühne am Steinplatz“. Der ehemalige Kinosaal kann als Veranstaltungsort gebucht werden.

Auch ins Café ging die Jugend der 60er gern. Man traf sich dort mit seinen Freunden bei einem Kaffee und einem Stück Kuchen oder verbrachte mit „seinem Schatz“ einen schönen Abend. So auch Renate. „Mein Lieblingscafé war das „Kranzler“ am Kurfürstendamm. Dort haben wir immer gesessen. Obwohl wir keine Studenten waren, sind wir während der Studentenbewegung nach dem Besuch im Kranzler auch auf die Straße gegangen und haben zugehört, was der Rudi Dutschke und die Studenten so erzählt haben.“

Doch wie hat man sich eigentlich verabredet, ohne Handy und ohne soziale Netzwerke? Entweder hat man den Ort und die Uhrzeit mündlich abgemacht oder man hat telefoniert. Es gab zum Telefonieren drei Möglichkeiten: Den Festnetzanschluss zuhause, die „Telefonhäuschen“ an der Ecke oder das Telefon in der Post. „Da meine Eltern sich damals weigerten ein Telefon anzuschaffen, rief ich meinen Freund entweder vom „Telefonhäuschen“ oder von der Post aus an“, sagt Renate und versucht, sich an weitere Details aus dieser Zeit zu erinnern.

In solch einem Telefonhäuschen hat die Jugend in den 60er Jahren telefoniert.                     Quelle: Günther Brandt
In solch einem Telefonhäuschen hat die Jugend in den 60er Jahren telefoniert.                     Quelle: Günther Brandt

Ein weiterer Trend der 60er Jahre waren die sogenannten „Bottle-Partys“. „Man war oft privat eingeladen. Wir trafen uns in der Wohnung eines Freundes. Jeder Gast brachte eine Flasche auf die „Bottle-Party“mit, entweder Gin oder Whisky oder worauf man gerade Lust hatte. Wir hörten Musik, vor allem Jazz, und tanzten. Ein Jazz-Favorit der Zeit war z.B. Chris Barber.  Natürlich hörten wir auch die Beatles! Eigentlich kann ich sagen, dass ich mit den Beatles groß geworden bin.“ erinnert sich Renate. 

Die Beatles waren damals die Superstars am Musikhimmel.
Die Beatles waren damals die Superstars am Musikhimmel.
Chris Barber - der Jazzfavorit
Chris Barber – der Jazzfavorit

Doch was trug man damals auf einer Party? Und welche Frisur war gerade „in“? Sehr modern war der Parker, wie er heute auch gern getragen wird. Bei den Frisuren gab es verschiedene, die angesagt waren. Da war ich allerdings sehr rückständig, ich hatte eine Kurzhaarfrisur.“ sagt sie und zeigt stolz ihr Foto, dass während dieser Zeit aufgenommen wurde, aus ihrer Jugend.

Die Kurzhaarfrisur stand ihr. Renate H. in den 60er Jahren.
Die Kurzhaarfrisur stand ihr. Renate H. in den 60er Jahren.

Was vermisst sie aus der Zeit?                                                                                                       „Die Musik fehlt mir schon. Doch zum Glück spielen einige Radiosender die Musikhits von damals. Ich höre immer noch Jazzmusik.“                                                                                  Was kann sie der heutigen Jugend raten? Sie überlegt nicht lange.                                      Ich beobachte manchmal in der U-Bahn Jugendliche, um die 15 Jahre alt, und die lesen Bücher. Das finde ich gut. Besser lesen als ständig auf das Handy zu schauen. Neulich erst habe ich eine Gruppe junger Männer gesehen mit schönen modernen Frisuren, doch sie hatten alle Kopfhörer in den Ohren und haben die ganze Zeit mit diesen Schnüren herumgewirbelt. Das war furchtbar. Den jungen Menschen, die ständig irgendwelche Krawalle machen, rate ich, dass sie ein bisschen humaner sein sollen.“

Das war sie also, die Jugend der 60er Jahre. Jede Generation hat ihre eigene Jugend. Auch die heutige Jugend wird in 50 Jahren sagen: „Bei uns war Lady Gaga damals angesagt! Eine tolle Zeit!“

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Beatles und Bottle-Partys

Hinterlasse einen Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s